J.7

Geschäftsführer, die das Unternehmen gemeinsam leiten, zwei Schulen, in denen die Stylisten kontinuierlich in den neuesten Trends trainiert werden und genau ein Label, das für first-class Hairfashion und einen angenehmen, entspannten Lifestyle steht. Das ist J.7. Doch wie schafft man es, so viele Individualisten in ihrem Beruf und so viele Kunden an so unterschiedlichen Standorten wie Düsseldorf, Zürich oder München für eine gemeinsame Idee zu begeistern? Wie das Herz in der Firmenzentrale in Stuttgart tickt, damit der Herzschlag überall und jederzeit der gleiche ist, schildern Ramona Lesny und Alexander Mäckl, beide Gründungsmitglieder des Labels, Geschäftsführer und Leiter der J.7 Führungsakademie, im Interview. Für sie ist klar, dass dafür nur eine Perspektive in Frage kommt: Der Blick von unten nach oben.

Credits:
Interview Martine Hövermann
Fotos: Tarek Musleh

Worin besteht der Unterschied, ob Ihr eine Firma mit zwei oder zehn Salons oder ein mittelgroßes Fashionunternehmen mit insgesamt 35 Salons im In- und Ausland leitet?

Ramona Lesny: Der Unterschied besteht darin, dass ein kleiner Betrieb personenbezogen und auf den Chef fixiert geführt wird, während wir heute personenunabhängig arbeiten. Wir haben unseren Beat, unseren Herzschlag, an die Salonleiter weitergegeben. Diese jungen Menschen agieren mit dem Gefühl, dass es ihr eigener Salon ist und damit ist es so, als stünden wir selbst noch in allen unseren Läden.

Alexander Mäckl: Das funktioniert, weil wir unsere Werte und unsere Firmenphilosophie niedergeschrieben haben. Nur so wird dann auch klar, was unser Fashionunternehmen ausmacht und was für den gesunden Herzschlag von J.7 wichtig ist.

Wie garantiert Ihr bei so viel Eigenverantwortung, dass alle Kunden in allen Salons die gleiche J.7 Qualität bekommen?

Alexander Mäckl: Jeder Stylist, der neu ins Unternehmen kommt, erhält zuerst eine Handbuch-Einschulung. Neue Mitarbeiter lernen so die J.7 Standards kennen und die, die schon länger bei uns sind, erhalten alle zwei Jahre ein Update. Denn in so einer Zeit verändert sich sehr viel und genau diese Dynamik ist von uns gewollt.

Das heißt, die Spielregeln sind nicht wie in Stein gemeißelt?

Ramona Lesny: Nein, denn das verträgt sich nicht mit der Wandelbarkeit, die ja ein Aspekt der Mode ist. Von bleibender Aussage sind in den Handbüchern nur die grundlegenden Werte des Labels, alles andere wird ständig überarbeitet. Dabei berücksichtigen wir auch sehr stark die Ideen und Innovationen von unseren Mitarbeitern. Die Werte der Firmengründer sind der Rahmen des Labels und gefüllt wird es dann mit dem aktuellen Input, der aus der Gesamtfirma kommt.

Ist die Blickrichtung 'die Firma, das seid Ihr' nicht im Alltag schwierig umzusetzen? Wäre ein streng von oben nach unten agierendes Unternehmen nicht effizienter?

Ramona Lesny: Im Gegenteil. Im Laufe der Jahre haben wir gemerkt, dass es schwer ist, einen Mitarbeiter zu Handlungen zu bewegen, mit denen er sich nicht identifiziert. Von unten nach oben hingegen heißt, dass sich jeder in der Firma mit so viel wie möglich identifiziert und so wird das J.7 Konzept viel intensiver gelebt. Doch diese Identifizierung findet nur dann statt, wenn jeder am Konzept, und an dem was täglich im Salon passiert, mitarbeitet. Nur dann ist die Struktur auch wirklich dynamisch. Damit das klappt, arbeiten wir, die Geschäftsführer, sehr stark mit den Führungskräften in Gruppenarbeit. Diese wiederum kommunizieren das mit ihren Mitarbeitern. So hat auch ein Azubi die Möglichkeit, seine Ideen einzubringen.

Dann könnte eine geniale Idee für eine J.7 Trendfrisur auch auf den Hinweis eines Azubis zurückgehen?

Alexander Mäckl: Auch hier haben wir Meetings, in denen die J.7 artistic trainer ganz bewusst den Blickwinkel von ihren Kollegen, die nicht bei J.7 school, sondern nur im Salon arbeiten, suchen. Gerade im Bereich der Colorationstechniken entstehen so sagenhafte Synergie-Effekte zwischen den Farbexperten aus der Schule und denen, die hauptsächlich mit den Kunden arbeiten.

Kommunikation und Gruppenarbeit ist dann ein wichtiger Bestandteil der J.7 Struktur?

Alexander Mäckl: Ja. Wenn wir uns mit den Führungskräften zum Meeting treffen, dann geben wir ein Thema vor, das dann wie ein Projekt erarbeitet wird. Die Inhalte kommen sehr stark aus der Gruppe heraus, die wir nur strukturierend leiten. Wobei wir natürlich immer im Augen behalten müssen, dass eine Innovation nur umgesetzt werden kann, wenn sie für alle 35 Salons gleichermaßen sinnvoll ist.

Das klingt noch etwas theoretisch. Was erwartet denn einen Stylisten, der neu zu J.7 kommt?

Ramona Lesny: Es beginnt mit dem dreiwöchigen Training der Basics bei J.7 school. Darauf folgt die Konzepteinschulung, je nachdem ob er bei J.7 hairstyling oder J.7 hair lounge arbeiten wird. Erst dann betritt der neue Stylist den Salon und hat ab da sechs Monate Zeit, sich einzuleben, während wir schauen, ob die Leistung des neuen Mitarbeiters auch stimmt. Passt alles, dann stehen ihm von da an alle Möglichkeiten offen, sich innerhalb der Firma weiterzuentwickeln. Im kreativen Bereich kann man sich bei J.7 school als Trainer und Visagist ausbilden lassen. Es besteht die Chance sich als zukünftige Führungskraft bei der Führungsakademie anzumelden. Und natürlich geht es auch, dass jemand einfach nur als Stylist bei uns arbeitet.

Warum so eine aufwändige Struktur?

Ramona Lesny: Unser oberstes Ziel ist, die Mitarbeiter zu fördern, damit sie wissen, dass es für sie weitergeht. Auch das ist eine Bewegung, die wir wollen. Denn sie hält das Label dynamisch.

Alexander Mäckl: Neulich erzählte mir ein Mitarbeiter, wie diese Struktur auf ihn wirkt. Er meinte, im ersten Moment hätte man den Eindruck, dass alles überstrukturiert sei, was ja gerade in der Friseurbranche als eher ungewöhnlich gilt. Er hätte jedoch gemerkt, dass die gelebte Umsetzung der Struktur dann viel schnellere Erfolge garantiert. Weil selbstverständlich alle Strukturen darauf ausgelegt sind, den Stylisten ihre Arbeit so einfach, effizient und angenehm wie möglich zu machen. Denn wir haben den Ansporn, dass kein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen muss. Auch wer sich selbständig machen will, kann das mit J.7 im Franchise tun.

Ramona Lesny: Dieses große Angebot an Förderungsmöglichkeiten, die noch über die kontinuierliche Weiterbildung bei J.7 school hinausgeht, ist auch der Grund, warum sich die Mitarbeiter von alleine bewegen. Sie sind von Anfang an im Fluss der Bewegung. Weil sie es einfach kennen, dass bei uns immer was passiert und immer wieder etwas neues geschieht.

Dann ist die Blickrichtung, wo streng von oben nach unten geführt wird, für Euch passé?

Alexander Mäckl: Wir leben den Dialog, in dem ein Feedback erwünscht ist. Das gilt auch für uns sechs Partner in der Geschäftsführung. Auch wenn wir alle noch aus einer Zeit kommen, in der das anders gehandhabt wurde. Aber nur der Ansatz von unten nach oben wird uns zum Erfolg führen.

Findet die Beweglichkeit auch in der Chefetage statt?

Alexander Mäckl: Das erreichen wir, indem wir uns und die gesamten Abläufe in der Firma immer wieder in Frage stellen. Diese Fragestellung 'Ist das richtig, was und wie wir es tun oder geht es auch anders?' ist für uns Partner von großer Bedeutung. Für uns sechs, aber auch für alle Mitarbeiter, ist es sehr wichtig, dass jeder versteht, warum Dinge getan werden.

Warum habt ihr die J.7 Führungsakademie gegründet?

Ramona Lesny: Aus der Erfahrung heraus, dass viele Mitarbeiter zwar tolle Stylisten sind und auch gerne eine Führungsposition wollen, aber die nötige Qualifikation dafür noch nicht haben. Und wenn das Know-how nicht da ist, dann verliert man auch schnell den Spaß an der neuen Aufgabe und dagegen wollten wir etwas tun.

Wie funktioniert die J.7 Führungsakademie?

Ramona Lesny: In der berufsbegleitenden, einjährigen Weiterbildung stellt sich schnell heraus, wer wirklich das Zeug und die Lust zu dieser neuen Aufgabe hat, die mit dem gelernten Beruf des Friseurs erstmal gar nichts zu tun hat. Führungskraft ist ein völlig neuer Beruf und wir geben in der Akademie den Stylisten die Chance, herauszufinden, ob ihnen das liegt. Und für uns liegt der Vorteil darin, dass niemand unsere Salons so gut führen kann wie unsere eigenen Leute.

Und wie ist die Resonanz bisher?

Ramona Lesny: In der ersten Gruppe vor zwei Jahren waren unglaublich viele Teilnehmer, von denen dann aber nur wenige bis zum erfolgreichen Abschluss durchgehalten haben. Uns zeigt das, es ist der richtige Weg. Denn viele haben schon während der Ausbildung erkannt: "Das ist nicht mein Ding!". Mittlerweile sind es zwischen zwölf und fünfzehn angehende Führungskräfte pro Quartal.

Alexander Mäckl: Ich sehe unsere Akademie wie einen Flugsimulator. Wir haben ein Instrument erschaffen, mit dem man Führung üben kann. Denn jemand, der es bis zum Diplom schafft, kennt schon alle Aspekte der Führungstätigkeit, die sich im Alltag stellen und hat sogar einen Tiefflug mit Beinahe-Absturz erfahren. Denn erst wenn ich etwas selbst erlebt habe, weiß ich wie ich mich verhalten soll. Und darum trainieren wir gemeinsam Erfahrungen und nicht starre Regeln.

Abschließend kann man sagen, dass Perspektiven für J.7 ein wichtiges Thema sind…

Alexander Mäckl: Perspektiven haben immer etwas mit Veränderung zu tun. Jedes neue Projekt, das wir angehen, beinhaltet neue Perspektiven für neue Menschen. Und es muss immer beides im Bewusstsein bleiben: Einerseits die Weiterentwicklung der eigenen Person, genauso wie die der Firma.

Ramona Lesny: Denn nur wenn wir sechs eine Perspektive haben, dann hat auch das Unternehmen stets eine neue Perspektive.



Infos:
Jobs bei J.7 finden Sie selbstverständlich hier bei Friseurjobagent.de


Ausbildung
Wer sich für eine Ausbildung oder einen Job in einem J.7 Salon bewerben möchte:
Bitte eine schriftliche Bewerbung an J.7 office, Esslinger Str. 42, 70182 Stuttgart. Weitere Infos zum Label J.7 unter


Website
www.J-7.de

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